Die praktische Ausbildung oder: "Naufi muasst!"

Wechselnde Bilder vom Fliegen in der Region Koblenz mit Segelflugzeugen und Flugschüler*innen.

Beim Segelfliegen ist es wie bei jeder anderen Sportart: Übung macht den Meister. Wie aber läuft die Ausbildung vom ersten Schnupperflug bis zum Erreichen des Flugscheines ab?

Illustration der Rotationsachsen des Flugzeugs Illustration mit Legende der Flugzeugruder. Höhenruder: steuert um die Querachse (y). Querruder: steuern um die Längsachse (x). Seitenruder: steuert um die Hochachse (z). Störklappen: Mindern den Auftrieb (hier in Tragflächen eingefahren). Wölbklappen: optimieren das Flügelprofil für verschiedene Geschwindigkeitsbereiche (nur manche Flugzeuge). Kennzeichen auf der Rumpfröhre: offizielles "Nummernschild"

Zunächst werden einige Starts, und vor allem Landungen, in einem Doppelsitzer mit Fluglehrer*in absolviert. Dabei sitzt man als Flugschüler*in bereits vorn auf dem Platz für Pilot*innen. Der oder die Lehrer*in sitzt dahinter und kontrolliert Start, Flugmanöver und Landung und erklärt außerdem nach und nach die Funktionen der Ruder und Instrumente, das Verhalten bei besonderen Wetterbedingungen und in Gefahrensituationen. Nach ca. 30 bis 70 Starts und Landungen steht das Ende des allerersten Ausbildungsabschnittes bevor: Die ersten drei Alleinflüge! Zu dieser bestandenen "A-Prüfung" gibt es als Fliegertradition einen "schönen" Strauß aus allem, was auf dem Flugplatz so wächst.

Illustration des Startvorgangs an der Winde.

Es folgen weitere Ausbildungsschritte wie der erste längere Alleinflug, Navigations­übungen sowie Starts und Landungen auf fremden Flugplätzen, um nur einige Beispiele zu nennen. Jede(r) Flugschüler*in erhält einen Ausbildungsnachweis, in dem die einzelnen Schritte aufgeführt sind und der Ausbildungsfortschritt dokumentiert wird. Z.B. die "B-", und "C-Prüfung", welche jeweils das Ende eines weiteren Ausbildungsabschnittes bilden. Wenn die praktische zusammen mit der theoretischen Ausbildung abgeschlossen ist, sind die Voraussetzungen für die Zulassung zur Prüfung fast erfüllt. Jetzt muss "nur" noch ein 50 km Überlandflug alleine absolviert werden.

Außerdem werden alle Segelflieger*innen auch zu Startwindenfahrer*innen ausgebildet, denn ganz ohne Starthilfe geht's nicht, und nebenbei lernen junge Flugschüler*innen als Seilrückholer*innen das Autofahren.

Die theoretische Ausbildung oder: "Wer soll das alles lernen?"

Seminarraum in dem ein Lehrer anhand einer Beamerfolie Loxodrome und Orthodrome erklärt. Schüler sitzen in den Reihen und hören zu.

Neben der Ausbildung im Flugzeug selbst muss eine ganze Menge an Hintergrundwissen rund ums Fliegen gebüffelt werden. Nur so wird nämlich sichergestellt, dass ein(e) Pilot*in sich entsprechend der umfangreichen luftrechtlichen Bestimmungen korrekt verhält und auch mit ungewöhnlichen Situationen zurechtkommt. Insgesamt gibt es 10 theoretische Prüfungsfächer:

Nachdem eine bestimmte Anzahl theoretischer Unterrichtsstunden absolviert ist, kann man sich zur theoretischen Prüfung anmelden. Sie umfasst jeweils 40 Fragen aus den Fachgebieten, nur für den Flugfunk ist noch eine mündliche Prüfung nötig.

Wo und wie läuft die Ausbildung ab?

Seminarraum in dem ein Lehrer anhand einer Beamerfolie die Anflugkarte von Koblenz erklärt. Schüler sitzen in den Reihen und hören zu.

Die Segelflugausbildung wird ohne zusätzliche Kosten für Fluglehrer*innen oder Gerät komplett vom Aero-Club Koblenz angeboten. In den Sommermonaten (die Saison läuft von März bis Oktober) findet die praktische Ausbildung bei so gut wie jedem Wetter auf dem Flugplatz Winningen statt. Dafür stehen derzeit ca. 10 Fluglehrer*innen und 5 Schulflugzeuge zur Verfügung. Die theoretische Ausbildung erfolgt im Aero-Club Koblenz in Abendkursen in den Wintermonaten. Flug- und Theorielehrer*innen bilden die Flugschüler*innen in den Räumen der Universität Koblenz aus, der Unterricht steht auch interessierten Universitätsangehörigen über den AHS offen.

Bevor die Ausbildung beginnen kann, werden einige Dokumente benötigt. Auskunft dazu gibt Dir unser(e) Ausbildungsleiter*in. Am besten lässt sich aber alles erklären, wenn Du einfach mal zu uns auf den Flugplatz kommst. Während der Saison am Wochenende oder Feiertags im Flugbetrieb, oder im Winter Samstags bei der Werkstattarbeit.